Andacht

Andacht März 2020: Leiden aus Leidenschaft

Sicherlich kennen Sie den leidenschaftlichen Fußballspieler, den seine beginnende Kniearthrose nicht vom Spielen abhält, auch wenn vor dem Spiel eine Tablette nötig ist und danach erst recht. Oder kennen Sie die passionierte Gartenliebhaberin? Selbst wenn der Rücken schmerzt, das Unkraut wird gezupft, die Blumen und das Gemüse werden gehackt, gegossen und mit Liebe gepäppelt. Dann gibt es da den Modellbauer, trotz seiner Nackenschmerzen bastelt er Stunde um Stunde mit völliger Hingabe an seinen Modellen.

Andacht Februar 2020: Dem Herrn geheiligt

Mariä Lichtmess ist ein kirchlicher Feiertag, den wir evangelische Christen meist gar nicht bewusst wahrnehmen. Traditionell markiert Lichtmess auch bei uns das Ende der Weihnachtszeit: 40 Tage nach Weihnachten werden die Christbäume aus der Kirche entfernt. Die korrekte Bezeichnung dieses Festes lautet „Darstellung des Herrn” und erinnert an die Darstellung, heute würde man wohl sagen, Vorstellung oder Einführung des neugeborenen Jesus durch seine Eltern im Tempel:

Andacht Januar 2020: Ein Licht geht auf


Wir haben wieder einmal Weihnachten gefeiert: Heiliger Abend, zwei Feiertage und schon ist Weihnachten vorbei. Ein kurzes Fest im Verhältnis zu der rund vierwöchigen Vorlaufzeit, dem Advent. Zwar stehen noch Christbäume in den Häusern, die Weihnachtsbeleuchtung in der Hauptstraße ist auch noch da, aber der Alltag hat wieder begonnen. Doch die Weihnachtszeit der christlichen Kirche dauert länger. Sie reicht bis zum 2. Februar (Maria Lichtmess). Dazwischen liegt Epiphanias. Aber was fällt uns zu Epiphanias ein?

Andacht Dezember 2019: Grüner Hoffnungsträger

Es gibt einen Kindervers zum Advent, den wir wahrscheinlich alle kennen:

„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,
dann steht das Christkind vor der Tür.“

An den vier Sonntagen vor Weihnachten zünden wir am Adventskranz zu Hause und in unserer Kirche die Kerzen an – jeden Sonntag eine mehr. Am Heiligen Abend brennen dann ganz viele Kerzen am Christbaum. Der Raum ist hell und warm. Wir dürfen es feiern: Jesus, der Gottessohn ist geboren als Licht für die Welt, als Licht für unser Leben.

Andacht November 2019: Den Freund beweinen

"Israel, dein Stolz liegt erschlagen auf deinen Höhen. Ach, die Helden sind gefallen! Saul und Jonathan, die Geliebten und Teuren, im Leben und im Tod sind sie nicht getrennt. (…) Jonathan liegt erschlagen auf den Höhen. Weh ist es mir um dich, mein Bruder Jonathan, ich habe große Freude und Wonne an dir gehabt. Du warst mir sehr lieb. Wunderbarer war deine Liebe für mich, als die Liebe der Frauen. Auch, die Helden sind gefallen, die Waffen des Kampfes verloren." (2. Samuel, 17 ff.)

Andacht Oktober 2019: Loblied auf die Schöpfung

Lobe den Herrn, meine Seele!

So beginnt der 104. Psalm. Loben fällt mir manchmal schwer, viel lieber beschwere ich mich über Dinge, die nicht gut laufen. Dazu kommt mir das Sprichwort „Nicht geschimpft ist halb gelobt“ in den Sinn. Wir sind oft unzufrieden mit dem, was wir haben, und dem, was wir können. Wir neigen zu Vergleichen und fühlen uns benachteiligt und zurückgewiesen. Und dennoch ist ein Lob wie Balsam für die Seele.

Andacht Juli 2019: Das Heimweh nach Gott bewahren

An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten.Unsere Harfen hängten wir an die Weiden im Lande.Denn sie hießen uns fröhlich singen,die uns gefangen hielten:„Singet uns ein Lied von Zion!“Aber wie könnten wir des Herrn Lied singenin fremdem Lande? (Psalm 137)

Wer in der Fremde die Lieder der Heimat singt, den überkommt Heimweh, und er dichtet darüber ein wehmütiges Lied: „An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten“ (vertont auch von Antonín Dvoák).